In Gandhinagar, der Hauptstadt von Gujarat, ist es Anfang Januar 2026 zu einem gehäuften Auftreten von Typhus-Fällen gekommen. Ursache ist die Kontamination des städtischen Trinkwassernetzes durch Abwasser, bedingt durch Leckagen in neu verlegten Rohrleitungen. Bis zum 06.01.2026 wurden 144 Verdachtsfälle gemeldet, wobei vor allem Kinder betroffen sind.
Erreger: Das Bakterium Salmonella Typhi.
Übertragung: Fäkal-oral durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel.
Symptome: Charakteristisch ist ein stufenweise ansteigendes, hohes Fieber (bis 41 °C), Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl. Oft treten Verstopfung oder „erbsbreiartige“ Durchfälle sowie ein rötlicher Hautausschlag (Roseolen) am Oberkörper auf.
Komplikationen: Unbehandelt drohen Darmdurchbrüche, schwere Blutungen oder eine Gehirnentzündung (Enzephalitis).
Therapie: Behandlung mit Antibiotika (z. B. Ceftriaxon oder Azithromycin) und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Hohe Rate an Resistenzen.
Bewertung der Situation
Die Situation in Gandhinagar ist lokal begrenzt, aber aufgrund der Infrastrukturmängel systemisch relevant. Für die einheimische Bevölkerung besteht in den betroffenen Sektoren (24, 26, 28) ein hohes Risiko. Für Reisende in Indien ist die Gefahr bei Einhaltung strikter Wasser- und Lebensmittelhygiene gering, jedoch zeigen ähnliche Vorfälle in anderen Städten (z. B. Indore) eine allgemeine Anfälligkeit der urbanen Wasserversorgung. Für Deutschland besteht kein direktes Risiko. Unternehmen mit Standorten in Gujarat müssen mit krankheitsbedingten Ausfällen rechnen und sollten die Trinkwasserqualität in ihren Einrichtungen kritisch prüfen.
Empfehlungen
Reisende: „Peel it, cook it or leave it“: Nur abgekochtes oder original verschlossenes Flaschenwasser trinken; auf Eiswürfel verzichten. Keine rohen Speisen, ungeschältes Obst oder Salate verzehren. Vor Reiseantritt den Impfschutz gegen Typhus überprüfen (Schluck- oder Injektionsimpfung).
Unternehmen: Mitarbeiter über die Risiken von Leitungswasser informieren, betriebsärztliche Vorsorge für entsandte Mitarbeiter sicherstellen und sicheres Trinkwasser (Versiegelte Gallonen oder geprüfte Filtersysteme) bereitstellen. Sicherstellen, dass Expats und Geschäftsreisende gegen Typhus geimpft sind. Im Falle von Symptomen bei Mitarbeitern sofortige medizinische Abklärung und Antibiotikatherapie einleiten.
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