Die Gesundheitsbehörden von Mauritius haben am 04.06.2026 den ersten autochthonen (lokal erworbenen) Mpox-Fall des Jahres bestätigt. Damit steigt die Gesamtzahl der registrierten Mpox-Fälle auf der Insel im Jahr 2026 auf drei.
Betroffen ist ein 64-jähriger Schweizer Staatsbürger, der seit etwa einem Jahr auf Mauritius lebt und in jüngster Zeit nicht international gereist ist. Aufgrund des fehlenden Reisebezugs wird die Infektion als lokale Übertragung eingestuft.
Der Patient befindet sich in stabilem Zustand und wird isoliert in einem Krankenhaus im Norden der Insel behandelt. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet. Die beiden zuvor registrierten Fälle im Jahr 2026 waren importierte Infektionen.
Die Gesundheitsbehörden haben unmittelbar nach Diagnosestellung eine Kontaktverfolgung eingeleitet, um mögliche weitere Infektionsketten zu identifizieren.
Erreger: Mpox-Virus (Orthopoxvirus).
Übertragung: Enger direkter Kontakt mit Hautveränderungen, Körperflüssigkeiten oder kontaminierten Materialien. Eine Übertragung über längeren engen persönlichen Kontakt ist ebenfalls möglich.
Inkubationszeit: Meist 5–21 Tage.
Symptome: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie charakteristische Haut- und Schleimhautveränderungen.
Therapie: Überwiegend symptomatische Behandlung. Schwere Verläufe können eine spezialisierte medizinische Betreuung erfordern.
Bewertung der Situation
Der Nachweis eines lokal erworbenen Falls zeigt, dass mindestens eine bislang nicht erkannte Übertragungskette auf Mauritius besteht. Obwohl derzeit nur ein autochthoner Fall bekannt ist, weist dies auf eine zirkulierende Virusübertragung innerhalb der Bevölkerung hin.
Die Virusvariante wurde bislang nicht veröffentlicht. Frühere importierte Fälle auf Mauritius standen jedoch im Zusammenhang mit dem derzeitigen Mpox-Geschehen in Madagaskar und wurden dem Subklade-Ib-Komplex zugeordnet.
Aktuell erscheint das Risiko einer größeren Ausbreitung begrenzt, sofern die laufende Kontaktverfolgung erfolgreich durchgeführt wird. Entscheidend wird sein, ob unter den identifizierten Kontaktpersonen weitere Fälle festgestellt werden.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen. Für Mauritius besteht derzeit kein Anlass für Reiseeinschränkungen. Reisende sollten jedoch engen Kontakt mit Personen vermeiden, die Hautausschläge oder andere verdächtige Symptome aufweisen. Bei Auftreten von Fieber oder Hautveränderungen während oder nach einem Aufenthalt sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Mauritius: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über die Übertragungswege und Symptome von Mpox informiert werden. Derzeit besteht kein erhöhtes allgemeines Risiko für Geschäftsreisende. Bei Verdachtsfällen sollten frühzeitig medizinische Abklärung und gegebenenfalls Isolierungsmaßnahmen erfolgen.
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