Der Ausbruch der Bundibugyo-Viruskrankheit (BVD), breitet sich weiterhin in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) aus und betrifft inzwischen auch Uganda. Am 23.05.2026 bestätigten die ugandischen Gesundheitsbehörden drei weitere Fälle, wodurch die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in Uganda auf fünf anstieg. Insgesamt werden derzeit 1129 Fälle berichtet, die Fallsterblichkeit liegt derzeit bei ca. 10%.
Zwei der neuen Fälle standen in direktem Zusammenhang mit dem ersten bestätigten Patienten in Uganda. Betroffen sind ein Fahrer, der den Patienten transportierte, sowie ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens, der an der Versorgung beteiligt war. Beide Personen befanden sich bereits unter Kontaktüberwachung. Der dritte bestätigte Fall betrifft eine Frau aus der DRK, die zwischen mehreren Regionen und Gesundheitseinrichtungen reiste.
Die DRK bleibt weiterhin das Zentrum des Ausbruchs. Besonders betroffen sind die Provinzen Ituri, Nord-Kivu und South Kivu. Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass das Virus bereits über längere Zeit unbemerkt zirkulierte.
Uganda reagierte mit verschärften Grenz- und Kontrollmaßnahmen. Seit dem 23.05.2026 wurde der grenzüberschreitende Personenverkehr zwischen Uganda und der DRK vorübergehend ausgesetzt. Betroffen sind Flüge, Busverbindungen, Fähren und Bootsverkehr. Der Waren- und Lebensmitteltransport bleibt weiterhin erlaubt.
In den betroffenen Regionen der DRK wurden zusätzliche Maßnahmen eingeführt, darunter Versammlungsverbote, Einschränkungen öffentlicher Veranstaltungen sowie streng kontrollierte Bestattungen durch spezialisierte Einsatzteams.
Bewertung der Situation
Die neuen Fälle in Uganda zeigen, dass trotz laufender Kontaktüberwachung weiterhin sekundäre Übertragungen auftreten. Besonders kritisch bleibt die grenzüberschreitende Mobilität zwischen der DRK und Uganda, da infizierte Personen vor Diagnosestellung teilweise mehrere Regionen und Gesundheitseinrichtungen durchlaufen.
Die Situation wird zusätzlich durch bewaffnete Konflikte, Bevölkerungsbewegungen, unzureichende Gesundheitsversorgung sowie Sicherheitsprobleme in betroffenen Regionen erschwert. Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen bleibt lückenhaft; in Teilen der DRK liegt die Überwachungsquote deutlich unter den erforderlichen Standards.
Krankenhausassoziierte Übertragungen stellen weiterhin ein erhebliches Risiko dar. Bereits mehrere Mitarbeitende des Gesundheitswesens infizierten sich im Rahmen der Patientenversorgung. Fehlende Isolationskapazitäten und begrenzte Schutzausrüstung erhöhen die Gefahr weiterer Übertragungsketten.
Die von Uganda verhängten Reiseeinschränkungen sollen die grenzüberschreitende Ausbreitung verlangsamen, könnten jedoch wirtschaftliche und humanitäre Auswirkungen auf Grenzregionen haben.
Für die lokale Bevölkerung in betroffenen Regionen besteht ein hohes Risiko. Für internationale Reisende wird das Risiko bei Einhaltung empfohlener Schutzmaßnahmen weiterhin als niedrig eingeschätzt. Einzelne internationale Exportfälle bleiben jedoch möglich.
Quelle der Meldung
Aljazeera | Reuters | Uganda Ministry of Health | RadioOkapi | WHO
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