In einer am 05. Mai 2026 veröffentlichten Studie wurden auf 14 infizierten Milchviehbetrieben in Kalifornien infektiöse H5N1-Viren in Aerosolen während des Melkens, in der Atemluft von Kühen sowie in behandeltem Abwasser nachgewiesen. Die Ergebnisse deuten auf mehrere Übertragungswege hin, die über den direkten Kontakt mit kontaminierter Milch hinausgehen.
Mehr als 700 Milchviehbetriebe in Kalifornien waren bislang betroffen. Seit dem ersten Nachweis bei Rindern im Jahr 2024 wurde das Virus in mindestens 16 US-Bundesstaaten festgestellt. Viele infizierte Tiere zeigten keine deutlichen Krankheitssymptome, wiesen jedoch hohe Viruslasten und H5-Antikörper in der Milch auf.
Erreger: Influenza-A-Virus Subtyp H5N1 (Clade 2.3.4.4b)
Übertragung: Kontakt mit infizierten Tieren oder kontaminierter Umgebung; Nachweise sprechen zusätzlich für aerosolbasierte Übertragung während des Melkens sowie mögliche Verbreitung über Abwasser
Inkubationszeit: Beim Menschen meist 2–8 Tage
Symptome bei Tieren: Verminderte Milchproduktion, Fieber, Lethargie, reduzierte Futteraufnahme; teils asymptomatische Verläufe
Symptome beim Menschen: Fieber, Husten, Atemwegsbeschwerden, Konjunktivitis; selten schwere Pneumonie
Komplikationen: Schwere respiratorische Erkrankungen und potenzielle Virusadaptation an Säugetiere
Therapie: Supportive Behandlung; antivirale Therapie (z. B. Oseltamivir) bei bestätigten oder schweren Fällen
Bewertung der Situation
Die neuen Daten erweitern das Verständnis der H5N1-Übertragung bei Milchkühen deutlich. Der Nachweis infektiöser Viruspartikel in Aerosolen und Abwasser weist darauf hin, dass bisherige Biosicherheitsmaßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um eine weitere Verbreitung vollständig zu verhindern.
Besonders relevant ist die Beobachtung asymptomatischer Tiere mit hoher Viruslast, da dadurch unerkannte Übertragungsketten innerhalb und zwischen Betrieben möglich bleiben. Für Beschäftigte in der Landwirtschaft erhöht sich insbesondere bei Tätigkeiten mit engem Tierkontakt das Expositionsrisiko durch potenziell virusbelastete Aerosole.
Die anhaltende Ausbreitung in Rinderbeständen sowie die Fähigkeit des Virus, verschiedene Säugetierarten zu infizieren, schaffen zusätzliche Möglichkeiten für Virusadaptationen und zoonotische Spillover-Ereignisse. Hinweise auf eine effiziente Mensch-zu-Mensch-Übertragung liegen weiterhin nicht vor.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt zu kranken oder verendeten Wildvögeln und Nutztieren vermeiden.
Unternehmen (Landwirtschaft / Lebensmittelproduktion): Biosicherheitsmaßnahmen verstärken, insbesondere in Milchviehbetrieben. Geeignete persönliche Schutzausrüstung bei Melk- und Reinigungsarbeiten einsetzen sowie Hygienemaßnahmen und Überwachung von Tierbeständen intensivieren.
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