Australien hat den ersten diphtheriebedingten Todesfall seit 2018 gemeldet. Der Todesfall trat in einer abgelegenen Region des Northern Territory auf und wurde im Rahmen laufender Untersuchungen der Gesundheitsbehörden bekanntgegeben.
Bis zum 12.05.2026 wurden landesweit 194 Fälle registriert (192 bestätigt, zwei Verdachtsfälle). Die meisten Fälle entfallen auf das Northern Territory (117 Fälle) und Western Australia (71 Fälle). Queensland und South Australia melden weitere Fälle. Die Fallzahlen liegen damit fast 30-mal höher als der Durchschnitt der Jahre 2022–2025 im gleichen Zeitraum.
Besonders auffällig ist der zunehmende Anteil respiratorischer Diphtherieformen, die mit höherem Übertragungs- und Sterblichkeitsrisiko verbunden sind. Genomische Analysen weisen auf einen gemeinsamen Erregercluster über mehrere Bundesstaaten hinweg hin. Der Großteil der Fälle betrifft abgelegene indigene Gemeinschaften.
Erreger: Corynebacterium diphtheriae (toxigene Stämme)
Übertragung: Tröpfcheninfektion durch engen Kontakt; seltener über Hautläsionen
Inkubationszeit: Meist 2–5 Tage
Symptome: Halsschmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden, grau-weiße Beläge im Rachen, Atembeschwerden
Komplikationen: Atemwegsverschluss, Herzmuskelentzündung, neurologische Schäden, schwere Verläufe mit Todesfolge möglich
Therapie: Frühzeitige Gabe von Diphtherie-Antitoxin und Antibiotika; Isolation und Kontaktmanagement erforderlich
Bewertung der Situation
Der starke Anstieg der Fallzahlen sowie die Zunahme respiratorischer Verlaufsformen deuten auf eine aktive und geografisch ausgedehnte Übertragung hin. Die Ausbreitung über mehrere Bundesstaaten hinweg erschwert die Eindämmung und spricht für anhaltende Übertragungsketten in abgelegenen Regionen.
Besonders betroffen sind Bevölkerungsgruppen mit eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsversorgung und Impfangeboten. Trotz bestehender Impfungen zeigen die aktuellen Daten, dass der Impfschutz schwere Verläufe reduziert, jedoch eine Besiedlung und Weitergabe des Erregers nicht vollständig verhindert.
Für Reisende bleibt das Risiko insgesamt gering, kann jedoch bei Aufenthalten in betroffenen abgelegenen Regionen erhöht sein. Der Ausbruch veranschaulicht auf traurige Weise, wie wichtig ein aufrechterhaltener Impfschutz gegen Infektionserkrankungen wie Diphtherie bleibt.
Empfehlungen
Reisende: Impfschutz gegen Diphtherie überprüfen und Auffrischimpfungen gemäß Empfehlungen durchführen; bei Symptomen frühzeitig medizinische Abklärung veranlassen; Hygienemaßnahmen beachten.
Unternehmen mit Entsendungen: Arbeitsmedizinische Vorsorge für entsandte Mitarbeiter sicherstellen. Impfstatus entsandter Mitarbeitender überprüfen und Auffrischimpfungen sicherstellen; Mitarbeitende über Symptome und Übertragungswege informieren; bei Einsätzen in abgelegenen Regionen Zugang zu medizinischer Versorgung und Notfallmanagement sicherstellen.
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