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Australien hat den aktuellen Diphtherie-Ausbruch am 22.05.2026 offiziell als „Communicable Disease Incident of National Significance“ (CDINS) eingestuft. Bislang wurden landesweit mindestens 230 Fälle registriert. Die meisten Erkrankungen entfallen auf das Northern Territory sowie Western Australia, einzelne Fälle wurden zudem in South Australia und Queensland gemeldet.

Besonders betroffen sind abgelegene und sehr abgelegene Regionen mit hohem Anteil indigener Bevölkerungsgruppen. Über 94 % der bestätigten Fälle traten bei Aboriginal- und Torres-Strait-Islander-Personen auf.

Die Erkrankungen betreffen überwiegend kutane (Haut-)Diphtherieformen, daneben wurden auch respiratorische Fälle registriert. Rund ein Viertel der Erkrankten musste hospitalisiert werden. Ein Todesfall im Northern Territory wurde inzwischen als wahrscheinlich diphtheriebedingt bestätigt.

Die australischen Behörden reagierten mit umfangreichen Impfkampagnen, verstärkter Antibiotikaversorgung sowie zusätzlichen finanziellen Mitteln für medizinisches Personal und Kommunikationsmaßnahmen. Allein im Northern Territory wurden innerhalb von sieben Wochen mehr als 10.000 Menschen geimpft.

Erreger: Toxinbildendes Corynebacterium diphtheriae.

Übertragung: Tröpfcheninfektion bei respiratorischer Diphtherie sowie direkter Kontakt mit infizierten Hautläsionen bei kutaner Diphtherie.

Inkubationszeit: Meist 2–5 Tage.

Symptome: Halsschmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden, Hautulzera und grau-weiße Beläge im Rachenbereich; bei Hautdiphtherie chronische Hautveränderungen möglich.

Komplikationen: Atemwegsverlegung, Herzmuskelentzündung, neurologische Komplikationen und schwere toxinbedingte Verläufe möglich.

Therapie: Antibiotische Behandlung und Diphtherie-Antitoxin; Schutz durch Impfung möglich.

Bewertung der Situation

Der aktuelle Ausbruch stellt eine deutliche Abweichung vom bisherigen epidemiologischen Niveau Australiens dar. Die Fallzahlen liegen bereits um ein Vielfaches über den Durchschnittswerten der vergangenen Jahre.

Die Konzentration in abgelegenen Regionen mit eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsversorgung sowie schwierigen sozialen Bedingungen begünstigt die weitere Übertragung. Besonders die hohe Zahl kutaner Fälle kann zur anhaltenden Viruszirkulation beitragen.

Die Ausbreitung in Gemeinschaftseinrichtungen wie Haftanstalten verdeutlicht das Risiko in Umgebungen mit engem Kontakt und potenziellen Impflücken. Gleichzeitig weisen die Daten darauf hin, dass der Impfschutz gegen schwere Verläufe zwar wirksam bleibt, die Übertragung jedoch bei nachlassender Immunität weiterhin möglich ist.

Die sinkenden Fallzahlen im Northern Territory deuten auf erste Effekte der Impfkampagnen hin. Eine vollständige Eindämmung ist derzeit jedoch noch nicht erreicht.

Empfehlungen

Reisende: Impfschutz gegen Diphtherie überprüfen und gegebenenfalls Auffrischimpfungen vor Reiseantritt durchführen lassen. Besonders bei Reisen in abgelegene Regionen Australiens auf Hygienemaßnahmen achten und engen Kontakt zu Personen mit Hautläsionen oder Atemwegssymptomen vermeiden. reisemedizinische Beratung einholen.

Unternehmen mit Entsendungen: Mitarbeitende über die aktuelle Lage informieren, Impfstatus kontrollieren und medizinische Notfall- sowie Evakuierungspläne überprüfen. Bei Einsätzen in abgelegenen Regionen sollten Zugänge zu medizinischer Versorgung und antibiotischer Behandlung sichergestellt werden. arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.

Quelle der Meldung

Australian Centre for Disease Control / abc / WAtoday / THE CONVERSATION

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