In der Region Puno in Peru wurden Anfang April 2026 acht bestätigte Masernfälle gemeldet, nachdem am 02.04.2026 ein epidemiologischer Alarm ausgelöst worden war. Betroffen sind zwei Erwachsene (20 und 35 Jahre) sowie sechs Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren, die alle epidemiologisch miteinander verbunden sind. Die nationale Durchimpfungsrate liegt unter der für Herdenimmunität erforderlichen Schwelle von 95 % (erste MMR-Dosis: 90,4 %, zweite Dosis: 82 %). Gesundheitsbehörden warnen, dass sich die Fallzahlen ohne rasche Eindämmung auf bis zu 45 Fälle in einer ersten Welle und über 250 Fälle in einer zweiten Welle erhöhen könnten. Maßnahmen umfassen verstärkte Überwachung, Kontaktverfolgung, Impfkampagnen und die Einrichtung eines Krisenstabs; Schulen stehen unter 21-tägiger Beobachtung.
Erreger: Masernvirus
Übertragung: Tröpfcheninfektion und aerogen (hochansteckend)
Inkubationszeit: 7–14 Tage (bis zu 21 Tage möglich)
Symptome: Fieber, Husten, Schnupfen, Konjunktivitis, Koplik-Flecken, makulopapulöser Hautausschlag
Komplikationen: Pneumonie, Enzephalitis, selten tödlicher Verlauf
Therapie: Symptomatische Behandlung; Prävention durch Impfung (MMR)
Bewertung der Situation
Der schnelle Anstieg von zwei auf acht Fälle innerhalb weniger Tage deutet auf eine aktive Übertragungskette hin, begünstigt durch Impflücken. Die Kombination aus betroffenen Kindern und jungen Erwachsenen schafft mehrere Übertragungswege (Schulen, Arbeitsumfeld, Gemeinschaft). Die Region Puno weist durch ihre Grenznähe und Mobilität ein erhöhtes Risiko für weitere Ausbreitung auf. Trotz schneller Reaktion der Behörden besteht aufgrund der hohen Infektiosität von Masern ein erhebliches Eskalationspotenzial, insbesondere bei unzureichender Durchimpfung.
Empfehlungen
Reisende: Impfstatus (MMR) überprüfen und ggf. vervollständigen, Menschenansammlungen und Kontakt zu Erkrankten meiden, bei Symptomen frühzeitig medizinische Abklärung.
Unternehmen: Impflücken gezielt schließen, Sensibilisierung in Betrieben erhöhen, Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
Quelle der Meldung
GRPPO / la républica / gop.pe
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