In Namibia wurde ein signifikanter Anstieg der Malariafälle in den ersten 10 epidemiologischen Wochen 2026 gemeldet. Insgesamt wurden rund 28 000 Fälle registriert, davon 10 330 in der Zambezi-Region, mit 21 Malaria-bedingten Todesfällen landesweit (CFR: 0,09 %). 21 Gesundheitsbezirke überschreiten die epidemische Schwelle, wobei fünf Bezirke in der Zambezi-Region (Katima Mulilo, Nkurenkuru, Andara, Nyangana, Outapi) 69 % aller Fälle ausmachen. Der überwiegende Teil der Infektionen stammen aus lokalen Übertragungen; rund 27 % sind importiert. Die meisten Infektionen betreffen Personen über fünf Jahre.
Erreger: Plasmodium falciparum (protozoisch, parasitär)
Übertragung: Anopheles-Mücken, hauptsächlich lokal erworben; teilweise importierte Fälle
Inkubationszeit: 7–30 Tage, abhängig von Plasmodium-Stamm
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
Komplikationen: Schwere Malaria, Anämie, Organschäden, Todesfälle insbesondere bei Kindern und Immungeschwächten
Therapie: Artemisinin-basierte Kombinationstherapie (ACT), supportive Versorgung bei schweren Fällen
Bewertung der Situation
Die Situation zeigt eine frühe und intensive saisonale Malariaübertragung, die bereits die Gesamtzahl der Fälle von 2024 übersteigt. Die geografische Streuung und hohe lokale Übertragungsrate weisen auf aktive Gemeinschaftsübertragung hin. Umweltbedingungen nach Regenfällen fördern die Mückenpopulation. Lücken in der Vektorbekämpfung (unvollständige Innenraum-Sprühungen, ungleichmäßiger Zugang zu Insektizid-behandelten Netzen) verringern den Schutz. Verdacht auf partielle Artemisinin-Resistenz könnte die Therapie erschweren. Die klinische Belastung ist hoch: 467 Krankenhauseinweisungen, davon 131 in der letzten Berichtswoche.
Empfehlungen
Reisende: Mückenschutzmaßnahmen konsequent einhalten, Aufenthalte in Hochrisikogebieten vermeiden, frühzeitig medizinische Hilfe suchen bei Fieber oder grippeähnlichen Symptomen.
Unternehmen: arbeitsmedizinische Vorsorge für entsandte Mitarbeiter sicherstellen.
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