Auf Martinique wurde eine zunehmende Dengue-Aktivität festgestellt, insbesondere im Süden der Insel. In der Kalenderwoche 13/2026 wurden 70 Verdachtsfälle und 44 bestätigte Fälle registriert, mit einem wöchentlichen Durchschnitt von etwa 80 Verdachtsfällen. Seit Jahresbeginn liegt die Zahl bestätigter Fälle konstant über dem Niveau von Ende 2025.
Schwerpunkte der Übertragung sind touristische Gebiete wie Les Trois-Îlets, insbesondere Anse à l’Ane und Anse Mitan, wo aktive Cluster bestehen. Auffällig ist, dass rund 38 % der Fälle auf Personen entfallen, die nicht auf der Insel leben.
Dengue wird durch Stechmücken übertragen und ist in tropischen Regionen endemisch.
Erreger: Dengue-Virus (Flavivirus, aktuell DENV-3)
Übertragung: Mückenstiche (v. a. Aedes aegypti, Aedes albopictus)
Inkubationszeit: 4–10 Tage
Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Hautausschlag, retroorbitale Schmerzen
Komplikationen: Dengue-Hämorrhagisches Fieber, Dengue-Schock-Syndrom (selten, aber potenziell schwer)
Therapie: Symptomatische Behandlung (Flüssigkeit, Fiebersenkung), keine spezifische antivirale Therapie. Eine wirksame Impfung zur Prävention schwerer Verläufe ist verfügbar.
Bewertung der Situation
Die steigenden Fallzahlen und die geografische Konzentration im Süden deuten auf eine verstärkte Viruszirkulation hin. Die hohe Zahl an infizierten Reisenden erhöht das Risiko der Weiterverbreitung in andere Regionen, insbesondere nach Europa.
Für Reisende besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, vor allem in betroffenen Küstengebieten. Für Deutschland besteht ein geringes direktes Risiko, jedoch sind importierte Fälle wahrscheinlich und können theoretisch lokale Übertragungen begünstigen.
Empfehlungen
Reisende: Konsequenter Mückenschutz (Repellentien, lange Kleidung, Moskitonetze), insbesondere in touristischen Küstenregionen.
Unternehmen: Sensibilisierung von Mitarbeitenden bei Auslandsaufenthalten, arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Bereitstellung von Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche.
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