In Chile wurden neue Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI, Subtyp H5N1) gemeldet. Betroffen sind sowohl Hinterhofhaltungen in der Region Ñuble als auch ein kommerzieller Geflügelbetrieb in der Region Maule.
Insgesamt wurden landesweit bereits 20 Ausbrüche in sieben Regionen bestätigt, überwiegend in kleineren Geflügelhaltungen, aber auch in Wildvögeln und kommerziellen Betrieben. Mehr als 700.000 Vögel sind betroffen.
Die Behörden haben Maßnahmen wie Keulung, Desinfektion, Sperrzonen und verstärkte Überwachung eingeleitet. Das Virus zirkuliert weiterhin aktiv, vermutlich begünstigt durch Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln.
Erreger: Influenza-A-Virus (Subtyp H5N1)
Übertragung: Kontakt mit infizierten Vögeln, deren Ausscheidungen oder kontaminierten Materialien
Inkubationszeit: 1–5 Tage (bei Vögeln; beim Menschen variabel)
Symptome: Bei Vögeln hohe Sterblichkeit, Atemwegssymptome; beim Menschen grippeähnliche Symptome bis schwere Verläufe
Komplikationen: Schwere Atemwegserkrankungen, selten Übertragung auf den Menschen möglich
Therapie: Bei Tieren keine Therapie (Bestandskeulung); beim Menschen antivirale Medikamente und supportive Behandlung
Bewertung der Situation
Die gleichzeitigen Ausbrüche in verschiedenen Regionen zeigen eine anhaltende Viruszirkulation mit Risiko weiterer Ausbreitung. Besonders Hinterhofhaltungen stellen ein erhöhtes Risiko dar, da dort oft geringere Biosicherheitsmaßnahmen bestehen.
Für die Allgemeinbevölkerung ist das Risiko gering, solange kein enger Kontakt zu infizierten Tieren besteht. Für Geflügelhalter und exponierte Berufsgruppen ist das Risiko erhöht. Auswirkungen auf Deutschland sind derzeit nicht zu erwarten, jedoch können wirtschaftliche Effekte im Geflügelhandel auftreten.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln vermeiden, keine Tiermärkte besuchen, Hygienemaßnahmen einhalten.
Unternehmen: Biosicherheitsmaßnahmen in der Lieferkette überprüfen, Mitarbeitende im Agrarbereich sensibilisieren. Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
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