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In Groși (Kreis Maramureș) wurde ein laborbestätigter Tollwutfall bei einer Hauskatze gemeldet (20.02.2026). 2026 wurden bislang 18 Tierfälle registriert; 2025 waren es 89 Ausbrüche mit ≥107 Fällen in sieben Kreisen. Betroffen sind v. a. Rotfüchse sowie Hunde, Katzen und Rinder. Das Rabiesvirus (Genus Lyssavirus) wird meist durch Bisse infizierter Tiere über Speichel übertragen. Nach Inkubationszeit von Wochen bis Monaten treten unspezifische Prodromi, anschließend Enzephalitis mit Hydrophobie, Lähmungen und immer tödlichem Verlauf auf. Eine kausale Therapie existiert nicht. Postexpositionsprophylaxe (PEP: Wundreinigung, Immunglobulin, Impfung) verhindert Erkrankung bei rechtzeitiger Gabe zuverlässig. Zwei Virusvarianten (NEE, C) zirkulieren grenznah zur Ukraine/Moldau; unterbrochene Fuchs-Oralimpfkampagnen seit 2020 begünstigen das Wiederauftreten. 2026 keine Humanfälle; letzter Todesfall Juli 2025 (PEP abgelehnt).

Bewertung

Das Wiederauftreten der Tollwut in Rumänien veranschaulicht auf traurige Weise, den Einfluss von Kriegen auf unser aller Gesundheitssituation. Zunehmende tierische Tollwutfälle erhöhen das Expositionsrisiko für die ländliche Bevölkerung. Für Reisende besteht bei Tierkontakt ein relevantes Risiko. Für Deutschland besteht ein Import-/Reiserisiko. Entsendende Unternehmen sind betroffen (Fürsorgepflicht).

Empfehlungen

Reisende: Tierkontakte vermeiden; bei Biss sofort ≥15 min mit Wasser/Seife spülen und unverzüglich PEP einleiten; präexpositionelle Impfung bei Langzeit-/Risikoreisen.
Unternehmen: Gefährdungsbeurteilung, arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen, Impfangebote für exponierte Mitarbeitende, Notfall-PEP-Zugang sicherstellen.

Quellen

Eurosurveillance | Emerging Infectious DiseaseWAHIS

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Dr. med Til Berger

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