Kasachstan meldete im Januar 2026 insgesamt 1.951 Masernfälle mit regionalen Schwerpunkten in Astana (581 Fälle), der Region Zhambyl (339), Almaty (317) und der Region Almaty (146). Zusätzlich wurden in der Region Aktobe über 100 Fälle innerhalb eines Monats registriert, überwiegend bei Kindern unter drei Jahren. Dort mussten 24 Kinder hospitalisiert werden, darunter zwei schwer erkrankte Patienten mit Pneumonie und intensivmedizinischer Behandlung. Krankenhäuser erweiterten ihre Kapazitäten, unter anderem durch zusätzliche Betten und Intensivbehandlungsplätze.
79 % der Infizierten waren ungeimpft, weitere 8,4 % nur unvollständig geimpft. Von den ungeimpften Kindern hatten 59 % Impfungen aufgrund elterlicher Ablehnung nicht erhalten. Ein weiterer Ausbruch wurde an einer Militärschule in der Region Akmola festgestellt, wo 71 Kadetten hospitalisiert wurden, 24 Fälle laborbestätigt sind und mehr als 300 Personen unter Quarantäne stehen.
Erreger: Masernvirus.
Übertragung: Hochkontagiöse Tröpfchen- und Aerosolübertragung über Atemwegssekrete.
Inkubationszeit: In der Regel 7–14 Tage.
Symptome: Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung sowie charakteristischer Hautausschlag.
Komplikationen: Pneumonie, Mittelohrentzündung, Enzephalitis sowie selten tödliche Verläufe, insbesondere bei Kleinkindern und immungeschwächten Personen.
Bewertung der Situation
Der gleichzeitige Anstieg der Fallzahlen in mehreren Regionen deutet auf einen deutlichen Rückgang der Herdenimmunität hin, verursacht durch niedrige Impfquoten, schlechte Verfügbarkeit des Impfstoffes und Impfskepsis. Die Ausbreitung in urbanen Zentren sowie in geschlossenen Einrichtungen wie Bildungseinrichtungen und militärischen Einrichtungen erhöht das Risiko illustriert die hohe Kontagiosität des Virus. Die hohe Hospitalisierungsrate bei kleinen Kindern verdeutlicht das erhebliche Gesundheitsrisiko für ungeimpfte Bevölkerungsgruppen. Aufgrund der hohen Infektiosität von Masern besteht für Reisende ohne ausreichenden Impfschutz ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.
Empfehlungen
Reisende: Masernimpfschutz prüfen und gegebenenfalls vervollständigen; bei Aufenthalten in Gesundheitseinrichtungen oder größeren Menschenansammlungen auf Hygienemaßnahmen achten und Kontakt zu Erkrankten vermeiden.
Unternehmen mit Entsendungen: Vor Auslandsaufenthalten Impfstatus der Mitarbeitenden prüfen und fehlende Impfungen nachholen lassen sowie Mitarbeitende über das erhöhte Infektionsrisiko in Regionen mit aktiven Ausbrüchen informieren.
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