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In der chinesischen Provinz Anhui wurden drei Familienmitglieder (ein Mann und seine Eltern) nach Kontakt mit Haustierpapageien an Psittakose (Papageienkrankheit) erkrankt. Drei der vier gehaltenen Papageien waren zuvor plötzlich verendet. Die Erkrankten entwickelten hohes Fieber und Kopfschmerzen und wurden am 03.02.2026 in ein spezialisiertes Krankenhaus aufgenommen. Nach gezielter antibiotischer Behandlung und unterstützender Therapie konnten alle Patienten vollständig genesen.

Erreger/Agens: Chlamydia psittaci (intrazelluläres Bakterium).

Übertragung: Einatmen infektiöser Aerosole aus Vogelkot, Federn oder Atemwegssekreten infizierter Vögel, insbesondere bei engem Kontakt oder beim Reinigen von Käfigen.

Symptome: Hohes Fieber, Kopfschmerzen, Atemwegssymptome; Inkubationszeit meist 5–21 Tage.
Komplikationen: Schwere Lungenentzündung, akutes Atemnotsyndrom (ARDS), Herzmuskelentzündung, Hirnhautentzündung, Leberschäden oder Multiorganversagen bei unbehandelten Verläufen.
Therapie: Zielgerichtete antibiotische Behandlung (z. B. Tetrazykline oder Makrolide) sowie unterstützende Therapie; bei frühzeitiger Behandlung meist gute Prognose.

Bewertung der Situation

Der Cluster verdeutlicht das zoonotische Infektionsrisiko durch die Haltung von Ziervögeln, insbesondere Papageien als Hauptreservoir von C. psittaci. Die Erkrankung mehrerer Familienmitglieder spricht für eine gemeinsame Umwelt-Exposition und nicht für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung, die selten vorkommt. Da Psittakose in Teilen Chinas nicht meldepflichtig ist, besteht das Risiko einer Untererfassung sporadischer Fälle oder kleiner Ausbrüche. Insgesamt ist das Risiko größerer Ausbrüche derzeit gering, jedoch besteht für Vogelhalter, Tierpfleger sowie Beschäftigte mit regelmäßigem Vogelkontakt ein erhöhtes Expositionsrisiko.

Empfehlungen

Reisende und Bewohner: Beim Umgang mit Ziervögeln Schutzmaßnahmen wie Handschuhe und Atemschutz beim Reinigen von Käfigen anwenden, für ausreichende Belüftung sorgen, Kontakt mit erkrankten oder toten Vögeln vermeiden und bei ungeklärten fieberhaften Atemwegssymptomen nach Vogelkontakt ärztliche Abklärung veranlassen.
Unternehmen mit Entsendungen: Mitarbeitende mit beruflichem oder privatem Vogelkontakt über Infektionsrisiken informieren und Schutzmaßnahmen sowie Zugang zu medizinischer Abklärung bei Symptomen sicherstellen.

Quelle der Meldung

Red Star News

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Dr. med Til Berger

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