In Südafrika, insbesondere in der Provinz Westkap, kommt es zu einem deutlichen Anstieg von Fällen toxigener respiratorischer Diphtherie. Zwischen Januar 2024 und Januar 2026 wurden landesweit 91 bestätigte Erkrankungen sowie 19 Todesfälle gemeldet, davon 12 am Westkap. Zusätzlich wurden 61 asymptomatische Träger identifiziert, überwiegend ebenfalls am Westkap. Die Erkrankung betrifft vor allem junge Erwachsene, aber auch Kinder; Impflücken und fehlende Auffrischimpfungen spielen eine zentrale Rolle.
Erreger: Corynebacterium diphtheriae (toxinbildendes Bakterium).
Übertragung: Tröpfcheninfektion über engen Kontakt; selten Schmierinfektion.
Symptome: Halsschmerzen, Fieber, grauweiße Pseudomembranen im Rachen, geschwollene Halslymphknoten („Bull neck“).
Komplikationen: Myokarditis, neurologische Ausfälle, Nierenversagen; hohe Letalität bei verzögerter Therapie.
Therapie: Antibiotika (Penicillin oder Makrolide) und frühzeitige Gabe von Diphtherie-Antitoxin; Impfung zur Prävention.
Bewertung der Situation
Für die lokale Bevölkerung besteht ein relevantes Gesundheitsrisiko, besonders bei unzureichendem Impfschutz. Reisende sind bei fehlender Impfung gefährdet. Für Deutschland besteht ein geringes, aber reales Risiko durch importierte Fälle. Unternehmen mit Entsendungen nach Südafrika müssen mit Krankheits- und Quarantäneausfällen rechnen.
Empfehlungen
Reisende: Diphtherie-Impfschutz (inkl. Booster) prüfen und auffrischen.
Unternehmen: Impfstatus vor Entsendungen kontrollieren, medizinische Vorsorge stärken.
Quelle der Meldung
South Africa National Institute for Communicable Diseases (NICD) / Daily Voice
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