Situationsbeschreibung
In Mexiko, vor allem im Süden des Landes, gibt es einen Anstieg von Myiasis-Fällen, verursacht durch den Neuwelt-Schraubenwurm (Cochliomyia hominivorax). Dabei handelt es sich um eine Fliegenlarve, die in Wunden oder offenen Hautstellen Eier legt. Die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich vom lebenden Gewebe des Wirts. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt typischerweise durch direkten Kontakt mit befallenen Tieren oder kontaminiertem Material. Bei Menschen sind die Symptome oft unklare Hautläsionen, ein Gefühl der Bewegung von Larven in der Wunde oder sichtbare Larven. Komplikationen können schwere Gewebeschäden und Infektionen sein. Die Behandlung besteht in der chirurgischen Entfernung der Larven und anschließender Wundversorgung.
Bewertung der Situation
Die steigende Zahl der Fälle stellt eine erhebliche Bedrohung für die Tierhaltung und die öffentliche Gesundheit in Mexiko dar. Insbesondere gefährdet sind ältere oder immungeschwächte Personen sowie Menschen mit chronischen Wunden. Für Reisende und Unternehmen, die Mitarbeiter nach Mexiko entsenden, besteht ein geringes, aber vorhandenes Risiko. Ein direktes Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ist nicht gegeben, da die Art der Übertragung gewöhnliche Reisekontakte nicht betrifft.
Empfehlungen
Reisende sollten alle Wunden sorgfältig schützen und bei Aufenthalt in den betroffenen Regionen auf ungeklärte Hautläsionen achten. Bei Verdacht auf einen Befall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Es ist ratsam, jeglichen direkten Kontakt mit kranken oder verletzten Tieren zu meiden.
Unternehmen, die Personal in die Regionen Chiapas, Tabasco, Oaxaca oder Campeche entsenden, sollten ihre Mitarbeiter über die Gefahren und Symptome aufklären und sie mit einer geeigneten medizinischen Versorgung ausstatten. Eine Reiseapotheke mit Desinfektionsmitteln und sterilen Wundverbänden sollte zur Grundausstattung gehören.
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