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In Costa Rica wurden erstmals autochthone Infektionen mit Leishmania infantum bei Hunden nachgewiesen. Zwischen 2023 und 2025 wurden acht Hunde mit lokal erworbener caniner viszeraler Leishmaniose identifiziert. Alle betroffenen Tiere hatten Costa Rica nie verlassen, was auf eine etablierte lokale Übertragung des Erregers hinweist.

Die Fälle wurden überwiegend in der Provinz Guanacaste im Nordwesten des Landes festgestellt, ein weiterer Fall trat in Santa Ana bei San José auf. Vier Hunde zeigten klinische Symptome, während vier Tiere symptomlos blieben.

Erreger: Leishmania infantum (Protozoen-Parasit).

Übertragung: Über den Stich infizierter Sandmücken (Phlebotominen). Hunde fungieren als Reservoirwirte. Eine direkte Übertragung von Hunden auf Menschen findet nicht statt.

Inkubationszeit: Variabel, häufig mehrere Monate bis Jahre.

Symptome bei Hunden: Gewichtsverlust, Hautveränderungen, Anämie, vergrößerte Milz, übermäßiges Krallenwachstum sowie allgemeine Schwäche. Infektionen können auch symptomlos verlaufen.

Symptome beim Menschen: Viszerale Leishmaniose kann Fieber, Gewichtsverlust, Leber- und Milzvergrößerung sowie Blutbildveränderungen verursachen und unbehandelt lebensbedrohlich verlaufen.

Therapie: Behandlungsmöglichkeiten bestehen sowohl für Hunde als auch für Menschen, eine vollständige Eliminierung des Erregers bei Hunden ist jedoch oft schwierig.

Bewertung der Situation

Der Nachweis autochthoner Fälle bestätigt erstmals einen etablierten lokalen Übertragungszyklus von Leishmania infantum in Costa Rica. Damit verändert sich die bisherige epidemiologische Bewertung des Landes, in dem bislang lediglich vereinzelte importierte oder sporadische Fälle bekannt waren.

Besonders relevant ist der Nachweis symptomlos infizierter Hunde, da diese als unerkannte Reservoirwirte zur Aufrechterhaltung der Übertragung beitragen können. Die Anwesenheit geeigneter Sandmückenvektoren in Guanacaste sowie frühere vereinzelte humane Fälle zeigen, dass grundsätzlich ein zoonotisches Risiko für den Menschen besteht.

Derzeit liegen keine Hinweise auf eine größere Ausbreitung oder eine Zunahme menschlicher Erkrankungen vor. Weitere Untersuchungen zur Verbreitung des Erregers bei Hunden und Sandmücken laufen.

Empfehlungen

Reisende: reisemedizinische Beratung einholen.Das Risiko für Touristen wird derzeit als niedrig eingeschätzt. In Regionen mit Sandmückenvorkommen sollten dennoch Maßnahmen zum Schutz vor Insektenstichen eingehalten werden, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Hierzu gehören lange Kleidung, Insektenschutzmittel und gegebenenfalls imprägnierte Moskitonetze. Ausserdem Meiden der Habitate.

Unternehmen mit Entsendungen: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende über den Schutz vor Insektenstichen informieren und entsprechende Präventionsmaßnahmen bereitstellen. Bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten, insbesondere in Guanacaste, sollte auf konsequenten Vektorschutz geachtet werden. Bei Projektsites müssen Maßnahmen zur Minimierung des Vektordrucks umgesetzt werden.

Quelle der Meldung

LA NACION

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